Volksverein Mönchengladbach

Volksverein Mönchengladbach

Eines der 10 besten Rapsöle Deutschlands

Die REWE DORTMUND bezieht vom Volksverein Mönchengladbach Rapsöl, welches zum größten Teil durch Handarbeit hergestellt wird. Damit bietet REWE Dortmund Ihren Kunden eines der 10 besten Rapsöle Deutschlands an und unterstütz gleichzeitig den Volksverein bei seinem Projekt für Langzeitarbeitslose.

Die Wurzeln des Volksvereins Mönchengladbach liegen im ehemaligen „Volksverein für das katholische Deutschland“, der sich von 1890-1933 für Sozialreformen einsetzte und unter anderem christliche Gewerkschaften, Bildungsangebote und Konsumgenossenschaften förderte, die den Arbeiterinnen und Arbeitern preiswerte Waren anbieten konnten. Er wurde von den Nationalsozialisten nach deren Machtübernahme verboten. Der neue Volksverein wurde 1983 als gemeinnützige Gesellschaft gegen Arbeitslosigkeit gegründet und zog vor 14 Jahren in eine ehemalige Textilfabrik im Stadtteil Geistenbeck. Der Ort hat Symbolcharakter, denn mit dem Niedergang der Textilindustrie stieg die Arbeitslosigkeit in vielen Städten am Niederrhein stark an. Das Rapsöl wird von arbeitslosen Jugendlichen und Erwachsenen hergestellt. Es enthält viele essentielle Fettsäuren wie Omega-3 und Omega-6, die der Körper nicht selbst herstellen kann, die aber lebensnotwendig sind. 2008 wurde es als bestes Rapsöl mit dem Goldenen Preis der DLG prämiert.

Nicht nur sauber, sondern rein

Wer im Volksverein Mönchengladbach die kleine Mühle finden will, aus der das preisgekrönte Rapsöl kommt, der muss ein bisschen suchen. Am Eingang stehen erstmal gebrauchte Sofas. Der Volksverein wurde vor 27 Jahren als gemeinnützige Gesellschaft gegen Arbeitslosigkeit gegründet, und er finanziert sich zum Teil mit dem Verkauf von Second Hand Möbeln. Das beliebteste Produkt ist aber das Rapsöl, das seit vier Jahren im Keller der ehemaligen Textilfabrik abgefüllt wird und außer in kleinen Hofläden nur bei REWE und im kaufpark zu bekommen ist. „Es ist ein bisschen unser Baby,“ sagt Marion Hoch, die das Rapsölprojekt leitet. „Wir haben ganz klein angefangen, haben selbst die Hofläden abgeklappert und waren froh, wenn einer zehn Flaschen genommen hat.“ Doch dann hat der Feinschmecker das Öl entdeckt. In einem Test der Gourmet-Zeitschrift landete das Rapsöl des Volksvereins unter den zehn besten Rapsölen in Deutschland und Österreich. Geschäftsführer Wilfried Reiners muss lachen, wenn er sich daran erinnert: „Als ich den Feinschmecker zum ersten Mal gekauft habe und festgestellt habe, dass er ja viel teurer ist als der Kicker, da wurde mir klar, in welcher Liga wir plötzlich spielen.“

Vom Feinschmecker ausgezeichnet 

Den Artikel lasen auch die Einkäufer der REWE DORTMUND, und weil der Raps für das Öl aus der nahen Voreifel kommt, passte das Produkt hervorragend in das Konzept, die regionalen Erzeuger zu stärken. „Sie hatten auch Verständnis, dass wir nicht die Riesenmengen produzieren können,“ erzählt Marion Hoch. Jetzt gerade läuft die Mühle wieder für die REWE DORTMUND. „Wir produzieren nur auf Anforderung,“ sagt Marion Hoch. „Rapsöl ist ein Naturprodukt und nicht ewig lange haltbar. Deshalb haben wir keine großen Vorräte.“ Dafür wäre auch gar keinen Platz. Für die Rapsölanlage musste ohnehin schon einiges umgebaut werden. Es wirkt immer noch ein bisschen improvisiert, aber das macht auch den Charme des Produkts aus. Die Rapsmühle ist in einem kleinen Hochstand hinter dem Haus untergebracht. Ein kleiner Raum, etwa anderthalb Quadratmeter. Das reicht. Aus den zwei Pressköpfen tröpfelt ganz langsam das glänzende Öl. Jeder schafft acht Liter pro Stunde. Vorne kommt in kleinen Würstchen der so genannte Rapskuchen heraus. Den verkaufen sie wieder an die Bauern als Viehfutter. Dadurch fällt fast kein Abfall an. Den Hochstand haben sie extra gebaut, damit sie keine Pumpe brauchen. Von hier läuft das Öl mit Hilfe der Schwerkraft direkt in die beiden Sedimentationsanlagen im Untergeschoss.

Das Öl reinigt sich selbst

Sie alleine sind den Besuch schon wert. Die Technische Hochschule Weihenstephan hat insgesamt nur vier Stück gebaut. Jeweils vier große Edelstahl-Trichter reinigen das Öl. Das heißt: Eigentlich reinigt sich das Öl von selbst. In den Trichtern sinken die Schwebstoffe nach unten, das saubere Öl steigt nach oben und läuft in den nächsten Trichter über. Dort wiederholt sich die Prozedur, und am Ende nimmt ein kleiner Filter nur noch die letzten feinsten Partikel heraus, bevor das Öl abgefüllt wird. Insgesamt fünf Tage braucht das Öl vom Rapskorn bis in den großen Sammelkanister. Dann wird es in braune Halbliterflaschen gefüllt. „Dabei kann man einiges falsch machen,“ erinnert sich Wilfried Reiners. Sind die Flaschen zu voll, kann das Öl den Deckel absprengen, weil es sich noch ausdehnt. Sind sie zu leer, wird das Öl schlecht, weil zu viel Luft drin ist. Das haben sie alles erlebt. „Das war wirklich learning-by-doing,“ lacht Reiners.

Eine soziale und unternehmerische Erfolgsgeschichte

In einem kleinen Hinterhaus klebt Detlef Gerresheim gerade die Etiketten auf die Flaschen und packt sie in Pappkartons. Zwölf Paletten hat die REWE DORTMUND bestellt. Für die kleine Mühle und ihre Handarbeiter ist der Großauftrag eine echte Herausforderung, aber Wilfried Reiners ist froh, denn er sieht auch den Werbeeffekt für die ganze Arbeitslosen-initiative: „Rapsöl ist sicher der Bereich, mit dem wir zurzeit die meisten Leute ansprechen, weil es fast alle gebrauchen können.“ Der Erfolg des Rapsöls hilft dem ganzen Verein – finanziell und sozial: Eine Langzeitarbeitslose hat hier dauerhaft Arbeit gefunden, zwei weitere stocken durch Teilzeitarbeit ihren Hartz-IV-Satz auf. Aber das Rapsöl ist auch eine unter-nehmerische Erfolgsgeschichte:
Vor zwei Jahren wurde es von der Deutschen Lebensmittelgesellschaft als bestes Rapsöl ausgezeichnet, erzählt Wilfried
Reiners stolz: „Nicht umsonst wird die Kollegin auch mal die Raps-Baroness genannt.“ Marion Hoch lächelt. „Ja,“ sagt sie, „da steckt schon Herzblut drin.“

Bild: Nicht nur sauber, sondern rein

Nachgefragt - Wilfried Reiners, Geschäftsführer Volksverein Mönchengladbach, und Marion Hoch, Projektleiterin, im Gespräch

Frage: Wie sind Sie auf die Idee gekommen Rapsöl herzustellen?

Antwort: W. Reiners: Die Rapsölanlage ist vor zehn Jahren eher zufällig hier gelandet. Presse und Sedimentationsanlage gehörten der kirchlichen Initiative Pro e.V. Die hat damit ein Jugendlichenprojekt gemacht, konnte das aber irgendwann nicht mehr bezahlen. Da haben wir das übernommen. Zu Anfang haben wir den Raps noch mit der Hand in die Mühle geschüttet und nur ganz kleine Mengen hergestellt. Dann haben wir die Anlage immer mehr verfeinert, ein Silo gekauft und eine automatische Befüllung und haben das Öl bei kleinen Hofläden angepriesen.

Und dann gab es ein paar Zufälle. Der größte war der, dass der Feinschmecker auf uns zu gekommen ist. Da gab es dann auf einmal eine bundesweite Bewertung, von der wir vorher gar nichts wussten.

M. Hoch: Und plötzlich kam die REWE. Als die erste Anfrage kam, sind wir fast vom Stuhl gefallen. Aber es ist ja
auch ein gutes Öl: Es wird kalt gepresst, dadurch bleiben sämtliche Fettsäuren, sämtliche Inhaltsstoffe erhalten.
Es kommen auch keine Zusatzstoffe wie Konservierungsstoffe da rein, sondern es ist ein reines Naturprodukt.
Viele industriell hergestellte Rapsöle werden ja doch erhitzt oder durch spezielle Filter geschickt, und da geht
dann einiges verloren.

Frage: Haben Sie schon mal überlegt, die Produktion auszuweiten oder andere Käuferschichten anzusprechen?

Antwort: W. Reiners: Wir sind ja schon an der Schwelle zu den hochpreisigen Produkten. Darüber gibt es eigentlich nur noch die Gourmet-Klasse, aber ob wir die erreichen wollen, weiß ich nicht. Das würde wohl auch nicht zu einer Arbeitsloseninitiative passen.

M. Hoch: Nein, es soll wirklich einfach ein gutes, gesundes Produkt sein, das für jeden erschwinglich ist.

Bild: Nachgefragt - Wilfried Reiners, Geschäftsführer Volksverein Mönchengladbach, und Marion Hoch, Projektleiterin, im Gespräch
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