Zubereitung:
Bereite aus Mehl, Eiern, Salz und Wasser einen
dünnen Pfann-kuchenteig, gönne diesem ein
paar Stunden Ruhe und backe dann daraus
ca.18 Pfannkuchen in einer kleinen Pfanne.
Diese meditative Vorbereitungshandlung erledige
ich selbst bereits am Vortage, damit ich
mich mit größerer Intensität der Füllung zuwenden kann.
Nun denn, brate den zerdrückten Knoblauch
(ich bin Fan und nehme deshalb 5-6 Zehen)
mit Hackfleisch und den Gewürzen zu einer
krümeligen Masse, die zu diesem Zeitpunkt
vom Aussehen her bei weitem nicht das erwarten
lässt, was der traumhafte Geschmack
später erfüllt.
Nimm jetzt die Pfanne vom Feuer und lasse
die soeben beschriebene Masse etwas abkühlen,
danach bringe sie in eine innige Verbindung
mit den Eiern, dem Semmelmehl und
dem Tomatenmark. Würze mit Salz, scharfem
Paprikapulver und gehackter Petersilie nach
Belieben nach.
Gieße nun sozusagen das Eisen in die Form, indem du die Hackfleischfüllung und den vorher geruhsam aufgetauten Spinat in 2 Lagen übereinander auf
die Pfannkuchen verteilst und diese mit flinken Fingern in Rollen
verwandelst.
Diese herrlichen, glänzenden Canneloni, die
man im wahrsten Sinne des Wortes als handgeschmiedet
bezeichnen kann. Lege man nun
auf ein Backblech nebeneinander, so dass sie
sich –fast– berühren.
Im allgemeinen menschlichen
Beisammensein erinnert die Lage an
Löffelliegen.
Diese wie ich bereits andeutete – erotisch
glänzende Erzeugnis italienischer Herkunft
(das Urrezept kommt aus der Lombardei, der
Heimat der italienischen Freude) wird nun zu
allem Überfluss mit geriebenem Parmesankäse
bestreut.
Damit die leichte Käseüberkrustung geschmeidig
bleibt und nicht zu stark bräunt
oder gar schwarz wird (das wäre die Farbe der
Trauer und schon aus diesem Grunde gänzlich unpassend), bitte ich dich, gewogener
Freund guter Küche, beträufle die Canneloni
abschließend mit Olivenöl und verabreiche
ihnen auf diese Weise sozusagen eine
letzte Ölung.
Wenn du das Blech nach ca. 20 Minuten
(Backofen 160 Grad vorgeheizt, Ober- und Unterhitze) seiner heißen Umgebung
entnimmst, wird der wundersame
Duft, der dem Ofen entweicht, den wahren
Italiener in dir wecken.
Du magst zu den Canneloni noch eine
Tomatensauce herstellen, mein persönliches
Rezept geht so:
Brate viel klein geschnittenen Knoblauch in
Olivenöl an, füge vor dem Braunwerden Tomatenpüree
hinzu und würze dann mit Kräutern
aus der Heimat des Rezepts
( z.B. Rosmarin, Oregano, Basilikum).
»Ich verrate kein großes Geheimnis, wenn ich dringend empfehle,
zu diesem Rezept als möglichen Bestandteil eines italienischen Menüs
einen guten Rotwein (vielleicht aus der Toskana?) zu servieren.«
Buon appetito und Cin-Cin
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